Human Design Grundlagen
Definition
Definition beschreibt die verlässliche innere Verschaltung eines BodyGraphs: welche definierten Zentren durch vollständige Kanäle miteinander verbunden sind und ob sie einen einzigen oder mehrere voneinander getrennte Bereiche bilden.
Was bedeutet Definition?
Jeder Mensch hat eine einmalige Körpergrafik, die aus Geburtsdatum, genauer Geburtszeit und Geburtsort berechnet wird. Der Ort ist dabei notwendig, um die lokale Geburtszeit über die historisch richtige Zeitzone in UTC umzurechnen. Für die Definition wird anschließend betrachtet, welche Zentren durch vollständig aktivierte Kanäle dauerhaft miteinander verbunden sind.
Alle Zentren, die über solche Kanäle zusammenhängen, bilden einen Definitionsbereich. Sind sämtliche definierten Zentren miteinander verbunden, gibt es einen einzigen Bereich. Sind definierte Zentren vorhanden, aber nicht alle untereinander verbunden, entsteht eine Teilung. Je nach BodyGraph können zwei, drei oder vier getrennte Bereiche gleichzeitig bestehen.
Definition beschreibt damit keine Qualität im Sinne von „besser“ oder „schlechter“. Sie zeigt, wie die beständig verfügbare Energie und Information innerhalb eines Menschen zusammenfließt, wo Verarbeitung von selbst zusammenhängend geschieht und wo verschiedene innere Bereiche nicht unmittelbar miteinander kommunizieren.
Einfache Definition
Bei einer einfachen Definition bilden alle definierten Zentren einen einzigen zusammenhängenden Bereich. Das kann durch einen oder mehrere vollständig definierte Kanäle geschehen; entscheidend ist, dass zwischen den definierten Zentren keine Unterbrechung liegt.
Die Energie kann innerhalb dieses Bereichs kontinuierlich fließen. Menschen mit einfacher Definition können ihre innere Verarbeitung daher häufig vergleichsweise geschlossen und selbständig durchlaufen. Das bedeutet nicht, dass sie andere Menschen nicht brauchen oder grundsätzlich unabhängiger leben müssten. Es beschreibt lediglich, dass ihre festgelegte innere Verschaltung für ihren Zusammenhang keine äußere Brücke benötigt.
Geteilte Definition
Bei einer geteilten Definition bestehen zwei voneinander getrennte Definitionsbereiche. Jeder Bereich ist in sich verbunden und verlässlich, zwischen beiden fehlt jedoch eine vollständige Verbindung. Ein bestimmtes Tor, mehrere Tore oder ein vollständiger Kanal können diese Lücke zeitweise überbrücken.
Diese innere Trennung kann als Wunsch nach Verbindung oder nach einer Aufhebung der Teilung erlebt werden. Menschen oder Transite, welche die fehlende Brücke aktivieren, können deshalb unmittelbar anziehend, erleichternd oder vervollständigend wirken: Plötzlich scheint etwas zusammenzufließen, das allein in getrennten Bereichen verarbeitet wird.
In Neutrinos Through Design kannst Du Dir die Definitionsbrücken anzeigen lassen.
Dieses Empfinden bedeutet jedoch nicht, dass dem Menschen tatsächlich etwas fehlt oder dass eine bestimmte Person die eigene Ganzheit herstellen muss. Gerade an einer Brücke kann starke Konditionierung entstehen. Strategie und innere Autorität bleiben deshalb wichtiger als der mentale Versuch, die Teilung dauerhaft zu schließen.
Dreifach geteilte Definition
Eine dreifach geteilte Definition besteht aus drei getrennten Definitionsbereichen. Damit die Energie zwischen allen Bereichen fließen kann, wären mehrere Brücken erforderlich. Ein einzelner Mensch kann diese Verbindungen zwar gelegentlich herstellen, doch ist eine einzige feste Brücke nicht immer die stimmigste Antwort auf diese komplexere innere Struktur.
Häufig unterstützen unterschiedliche Kontakte, wechselnde Auren und Bewegung durch verschiedene Umgebungen die Verarbeitung. Der Wunsch nach Aufhebung der Teilungen kann sich dann weniger auf eine einzige Person richten, sondern als Bedürfnis nach Vielfalt, Bewegung und Zeit zeigen. Was zunächst getrennt aufgenommen wird, darf sich schrittweise setzen und verbinden.
Vierfach geteilte Definition
Bei einer vierfach geteilten Definition bestehen vier voneinander getrennte Definitionsbereiche. Diese seltene Konfiguration setzt eine große Zahl definierter Zentren voraus; häufig sind acht oder alle neun Zentren definiert, ohne dass sie zu einem einzigen zusammenhängenden Netzwerk verbunden sind.
Mehrere mögliche Brücken und ein vielschichtiger Verarbeitungsrhythmus prägen dieses Design. Der Impuls, die getrennten Bereiche zusammenzubringen, kann deutlich sein, zugleich lässt sich diese Komplexität nicht sinnvoll erzwingen. Entscheidungen brauchen weiterhin den Prozess der eigenen Autorität, während Verbindung und Integration in ihrem eigenen Tempo stattfinden.
Keine Definition
Ein definitionsloses Design besitzt keinen vollständig definierten Kanal und damit auch kein dauerhaft definiertes Zentrum. Das ist die mechanische Grundlage des Reflektors. Hier gibt es keine Teilung zwischen festen Definitionsbereichen, weil solche Bereiche gar nicht vorhanden sind.
Stattdessen nimmt der Reflektor Definition durch andere Menschen und durch Transite zeitweise auf und spiegelt die Qualität seiner Umgebung. Für wesentliche Entscheidungen dient der Mondzyklus als Strategie und zeitlicher Orientierungsrahmen.
Der Wunsch, die Teilung aufzuheben
Eine Teilung ist kein Defekt, sondern Bestandteil der individuellen Mechanik. Dennoch kann gerade das, was eine Trennung überbrückt, eine starke Anziehung auslösen. In der Begegnung wird der zuvor unterbrochene Energiefluss vorübergehend erfahrbar; daraus können Vertrautheit, Erleichterung und das Gefühl entstehen, mit dem anderen „vollständig“ zu sein.
Human Design lädt dazu ein, diesen Zug wahrzunehmen, ohne ihn mit persönlicher Wahrheit oder notwendiger Bindung zu verwechseln. Eine Brücke kann wohltuend sein und Beziehungen bereichern. Sie kann aber ebenso zum Ort des Nichtselbst werden, wenn der Verstand aus dem Wunsch nach Ganzheit Entscheidungen trifft oder an einer Verbindung festhält.
Die Teilung muss nicht mental beseitigt werden. Im Experiment geht es darum, die eigene Definition ebenso wie ihre Unterbrechungen kennenzulernen und Entscheidungen aus Strategie und Autorität entstehen zu lassen. So kann Verbindung erlebt werden, ohne die eigene Ganzheit von ihr abhängig zu machen.